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vita

geb. 1964 in saarbrücken

1983/84-1991 abitur und beginn des studiums der anglistik und kunstgeschichte (ab 1984 kunsterziehung) an der universität des saarlandes, saarbrücken; studienreisen nach italien, frankreich, england, auslandsaufenthalt in den usa

„die kunsterziehung war damals mein leben, der bereich der uni, in dem ich mich am meisten und längsten aufhielt. die seminare und lesungen in der anglistik beschränkten sich genauso auf den pflicht- und damit mindestteil wie die der pädagogik und des ‚kunsthistorischen überbaus‘. die praxis hat mich fasziniert, der umgang mit unterschiedlichen techniken und materialien, die auseinandersetzung mit mir selbst und anderen vor, während und nach dem künstlerischen prozess, die freundschaften, die geschlossen wurden und die bis heute anhalten, das arbeiten bis tief in die nacht, die fahrten zu aktuellen ausstellungen nach paris, tübingen und köln und nicht zuletzt die exkursionen zum zeichnen und malen in die toskana, die südländische sonne und die kunstgeschwängerte luft.“

1991 erste staatsexamensarbeit

„meine erste staatsexamensarbeit hatte ein ganz anderes thema. ‚bewegungsdarstellung mit hilfe des kopierers‘ und das bewegen meines gesichts oder anderer, in der öffentlichkeit nicht kompromittierender körperteile über den kopierer im jurabau fand wenig verständnis bei den dortigen studentinnen und studenten. musste ich allerdings ignorieren denn der kopierer war einer der schlechtesten auf dem gesamten unigelände und hinterließ wunderbare ‚bewegungslinien‘ auf den entstandenen kopien. außerdem ‚katapultierte‘ mich diese arbeit zum ersten mal in ein museum. im gegensatz zu den ausstellungen, die ich bis dahin in saarbrücker kneipen und anderen ‚begegnungsstätten‘ hatte, wurden die werke meiner examensarbeit 1992 im mia münster haus in st.wendel ausgestellt.“

1992 ausstellung ‚bewegung - versuche mit dem kopiergerät als beispiele für grundlegungsprobleme bildlicher gestaltung’, museum st.wendel

1993 zweite staatsexamensarbeit

„...aufgrund der guten noten bekam ich gleich einen referendariatsplatz, brachte die anderthalb jahre hinter mich und konnte auch meine zweite examensarbeit über ein thema schreiben, das mich wirklich interessiert hat und natürlich mit kunst in verbindung stand – ‚thema tod im kunstunterricht – möglichkeiten der darstellung‘. unterstützt wurde ich durch meine fachleiterin und eine phantastische klasse, die mir in fragebögen zum thema ‚tod‘, in collagen, zeichnungen und linoldrucken ihr herz offenbarte.“

1993 drei monatige usa-reise

seit 1994 lehrerin für die fächer englisch, bildende kunst und kommunikation und medien; zuständig für den austausch mit schulen in den den usa und england

„... eigentlich hätte ich mir nie träumen lassen, lehrerin zu werden, denn ich wollte immer etwas anderes machen, etwas künstlerisch orientiertes! aber wie heißt es so schön – man wird nur das, was man schon ist. und im grunde gibt mir der lehrerberuf zwar nicht immer die zeitliche freiheit, kreativ zu sein, wohl aber die finanzielle.“

1994-2002 mitglied einer privaten aktzeichengruppe

seit 1998 wohnhaft in frankreich

2002 ausstellung ‚weibsbilder’ im atelier hilla koch-neumann, beaumarais

2003/05/06/07 teilnahme an bildhauerkursen in kanzem (leder) und monneren (federkeil)

seit 2006 leihgabe von bildern an die pension ‚dreiländer-eck’, orscholz

seit 2007 ausstellung von bildern und plastiken in der caritas-klinik, saarbrücken, gefäßchirurgie

„der kunsterziehung muss ich wirklich zugute halten, dass ich mit fast allen künstlerischen techniken in berührung kam und von den vielen, die ich gelernt und angewendet habe sind im prinzip drei ‚hängen‘ geblieben, die ich auch heute noch mit liebe und hingabe (wenn auch in kreativitätsschüben, sprich oft gleichzeitig aber nicht regelmäßig) betreibe. das eine ist die fotografie, das andere sind skulpturen und plastiken in stein, holz und ton und das dritte sind die aktmalerei und das aktzeichnen.“

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fotografie

„oh nein, nicht schon wieder ein bild!“ böse zungen behaupten, ich sei mit der kamera vor der nase geboren worden. aber auch hier muss ich sagen, ich kann nicht anders. es gibt so viel schönes, faszinierendes, atemberaubendes, liebenswertes, einmaliges ... um uns herum, das festgehalten werden muss. manchmal nehmen wir in unserer direkten umgebung nichts mehr wahr, weil wir uns nur auf großes konzentrieren – große probleme, große ziele, große taten. dabei liegt doch so vieles im detail, im kleinen verborgen. wie oft laufen wir an dingen oder sogar menschen vorbei, ohne sie wahrzunehmen?! das erfassen alltäglicher kleinigkeiten, das festhalten eines wimpernschlags, eines augenblicks, der nur einmal genau so existiert, das atem anhalten und staunen – all das hilft, die augen zu öffnen und zu sehen, es hilft zu lernen und zu erkennen, es hilft zu wachsen und stark zu sein.

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plastiken

in meinen plastiken steckt unglaublich viel von mir selbst und sie reflektieren meine gedankenwelt mehr als alles andere, an dem ich arbeite. immer schon waren es gegenständliche darstellungen. ich kann nicht anders. das abstrakte liegt mir fern. gut, es gibt ausnahmen. aber nur wenige. meist sind es menschen, die ich darstelle. mal allein, einsam, verzweifelt; mal tanzend; mal in sich gekehrt. oder zu zweit, als paar, innig umschlungen. dann ist es die liebe, die zum vorschein kommt. das haben und halten. das geben und zurück bekommen. das wurzel und das wolke sein. das mit beiden füßen auf dem boden stehen und das schweben.

auf proportionen kommt es mir dabei nicht an. oft sind hände und füße überproportional groß, manchmal sind die gliedmaßen so verschlungen, dass selbst ein schlangemensch probleme hätte, die ein oder andere position nachzustellen. dann gab der stein nicht mehr her. oder er gab so viel her, dass die geschaffene form der natürlichen form angepasst wurde, um so viel wie möglich von dieser zu erhalten.

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malerei

als mit allen sinnen wahrnehmender mensch lebe ich von meinen erlebnissen, von düften, die sich mir eingeprägt haben, von situationen, die ich hin und wieder in einem ‚déjà vu‘ noch einmal erfahre, von musik, die mich an menschen oder orte erinnert, von allem, was ich aufgenommen habe und das mir im Gedächtnis geblieben ist. davon leben auch meine bilder.

die dynamik. irgendwie spielt sie in meinem leben und meinen bildern eine wichtige rolle. selten zeichne oder male ich gesichter oder hände oder füße weil die entgegengesetzten bewegungen - von nase und mund zum beispiel - die eigendynamik, die ein bild entwickelt, einfach stören. wenn ich sie darstelle, dann nur angedeutet – hier mal ein kinn, dort eine augenbraue, kein hängenbleiben an details, kein sich verlieren in unwichtigkeiten. manchmal scheinen die oberschenkel überlängt, die brustmuskeln zu kräftig, der hüftschwung zu stark – aber das ist die dynamik im bild, das ist nicht mehr das modell, das ist eine eigenständige bildrealität. körperlandschaften.

körperlandschaften. da kommt dann auch der sand ins spiel. erde zu erde. irgendwie haftet dieser gedanke an den ‚sandbildern‘ und knirscht in den zähnen. das poröse der haut, die unebenheiten, die unreinheiten. das haptische gefühl, das haut unter den fingerspitzen hervorruft, versuche ich durch den sand in den bildern als visuellen eindruck wieder zu beleben. abgesehen davon bilden erde, erdfarben, sand und staub eine sehr reizvolle bildbeschaffenheit und struktur. dieser gedanke ist natürlich nicht neu – ich weiß. ist mir aber grundsätzlich egal. ich liebe es einfach mit diesen mitteln zu malen und dieses erdige, das erdverbundene eines jeden körpers lässt sich verstärkt darstellen, indem eben sand mit verwendet wird.

zu fast allen meinen bildern ist zu sagen, dass sie erst einmal im kopf entstehen. der umfassendste teil des entstehungsprozesses ist wirklich die geistige ‚vorformulierung‘, der gedankliche entwurf. die ausführung nimmt meist weniger zeit in anspruch. sobald ich aber mit dem malen beginne entwickelt das imaginäre bild oft eine eigendynamik und drängt sich in einer art und weise auf den bildträger, die schon fast aufdringlich zu nennen ist und oft nur wenig mit meinen gedanklichen entwürfen zu tun hat. so ist es wirklich oft der fall, dass das endergebnis ein ganz anderes ist - pinsel und farbe führen ein eigenleben! nur wenige der bilder zeigen sich hundertprozentig so, wie sie ursprünglich gedacht waren. viele schufen sich neu während des eigentlichen malprozesses. das ist natürlich auch das überraschende, das spannende. manchmal bin ich mir nicht sicher, wohin sich ein bild entwickelt. oftmals ist das bild bunter als ich es mir vorgestellt habe oder es hat ganz andere farbtöne. manchmal wechselt meine beziehung zu dem bild, das entsteht und ich muss alles überdenken und farblich wie inhaltlich neu gestalten. aber ist das nicht jedem schaffensprozess immanent? entspricht das nicht dem dialog, den ich während des malens mit mir selbst führe?

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stefanie-mathieu.com - 2011 - impressum